Es ist die letzte Szene eines wunderbaren alten Kultfilms: Kaiserin Sissi, gespielt von Romy Schneider schreitet neben Kaiser Franz Josef von Österreich über den roten Teppich auf dem Markusplatz in Venedig. Die Stimmung auf dem Platz und um sie herum ist aber gespenstig.
Wenn das Herz vor Freude überschäumt
Predigt vom 1.6.2025 über Epheser 3,14-21
Die Menschenmenge, die sich da versammelt hat, um das Kaiserpaar zu sehen, schweigt. Viele drehen dem Paar aus Protest sogar den Rücken zu. Plötzlich – kommt ein kleines Mädchen über den roten Teppich gelaufen. Es ist Sophie, die Tochter des Kaiserpaares.
Sissi hat sie seit Monaten nicht gesehen wegen ihrer Krankheit und Staatsterminen. Als sie Sophie auf sich zukommen sieht, vergisst sie alle Etikette und eilt ihrer Kleinen entgegen. Sie fallen sich in die Arme. Sissi weint vor Freude und Liebe. Da fängt die Menge an zu jubeln. „Viva la mamma“ rufen sie.
Zeitgleich tritt der Bischof von Venedig aus dem Dom bei Glockengeläut. Sissi entschuldigt sich, dass sie nicht ihn, sondern ihre Tochter zuerst begrüßt hat. Der Bischof antwortet mit einem so wunderbaren Satz: Selig sind die, deren Herzen vor Freude überschäumen, denn diese Freude kommt von Gott.“ Es ist der letzte Satz des Films vor der Musik des Abspanns.
Was für ein schönes Zitat. Denn es gibt doch wirklich kaum etwas schöneres, wie wenn das Herz vor Freude überschäumt. In meinem Leben kommt das leider nicht jeden Tag vor. Und die vorgeschlagenen Predigttexte erzählen eigentlich auch viel zu selten von einer solchen Freude.
Umso schöner, dass wir heute davon hören werden. Wir werden hören über die Freude und die Erfüllung von Gottes Liebe, mit der ein Christ, namentlich Paulus, für seine Gemeinde in Ephesus betet. Und es tut gut, diese Worte aus dem Epheserbrief in unseren eher unruhigen Zeiten heute hier in der Kirche zu hören.
Paulus wird als Verfasser dieses Briefes genannt. Man nimmt heute aber an, dass ein Schüler des Paulus die Briefe geschrieben hat. Ungefähr zwischen 80 und 90 nach Christus. Da war Paulus nach Quellenangaben bereits über 10 Jahre tot.
Sissi hat sie seit Monaten nicht gesehen wegen ihrer Krankheit und Staatsterminen. Als sie Sophie auf sich zukommen sieht, vergisst sie alle Etikette und eilt ihrer Kleinen entgegen. Sie fallen sich in die Arme. Sissi weint vor Freude und Liebe. Da fängt die Menge an zu jubeln. „Viva la mamma“ rufen sie.
Zeitgleich tritt der Bischof von Venedig aus dem Dom bei Glockengeläut. Sissi entschuldigt sich, dass sie nicht ihn, sondern ihre Tochter zuerst begrüßt hat. Der Bischof antwortet mit einem so wunderbaren Satz: Selig sind die, deren Herzen vor Freude überschäumen, denn diese Freude kommt von Gott.“ Es ist der letzte Satz des Films vor der Musik des Abspanns.
Was für ein schönes Zitat. Denn es gibt doch wirklich kaum etwas schöneres, wie wenn das Herz vor Freude überschäumt. In meinem Leben kommt das leider nicht jeden Tag vor. Und die vorgeschlagenen Predigttexte erzählen eigentlich auch viel zu selten von einer solchen Freude.
Umso schöner, dass wir heute davon hören werden. Wir werden hören über die Freude und die Erfüllung von Gottes Liebe, mit der ein Christ, namentlich Paulus, für seine Gemeinde in Ephesus betet. Und es tut gut, diese Worte aus dem Epheserbrief in unseren eher unruhigen Zeiten heute hier in der Kirche zu hören.
Paulus wird als Verfasser dieses Briefes genannt. Man nimmt heute aber an, dass ein Schüler des Paulus die Briefe geschrieben hat. Ungefähr zwischen 80 und 90 nach Christus. Da war Paulus nach Quellenangaben bereits über 10 Jahre tot.
Der Verfasser richtet sich an die aufstrebende christliche Gemeinde in Ephesus. Es geht ihm vor allem um die Einheit der Gemeinden und das Zusammenwachsen der christlichen Gemeinschaft, die immer bunter und vielfältiger wird. Juden waren dabei und immer mehr Nicht-Juden und Menschen mit ganz unterschiedlichen religiösen Hintergründen. Diese alle im Namen Jesu zu vereinen, war eine ganz schöne Herausforderung.
Umso faszinierender ist die Freude und der Jubel über die Liebe Gottes, mit der Paulus, und ich möchte ihn als Verfasser weiter so nennen, für seine Gemeinde betet. Hören wir aus dem Epheserbrief die Verse 14-21 aus dem 3. Kapitel in der Übersetzung der Basisbibel:
Deshalb beuge ich vor dem Vater meine Knie.
Jeder Stamm und jedes Volk im Himmel
und auf der Erde erhält seinen Namen von ihm.
Er soll euch so ausstatten,
wie es dem Reichtum seiner Herrlichkeit entspricht:
Durch seinen Geist soll er euch
in eurer innersten Überzeugung fest machen.
Denn Christus soll durch den Glauben
in euren Herzen wohnen.
Und ihr sollt in der Liebe verwurzelt
und fest auf ihr gegründet bleiben.
So könnt ihr sie zusammen mit allen Heiligen
in ihrer Breite, Länge, Höhe und Tiefe erfassen.
Ihr werdet auch in der Lage sein,
die Liebe von Christus zu erkennen,
die alle Erkenntnis übersteigt.
Auf diese Weise werdet ihr Anteil bekommen
an der Gegenwart Gottes.
Sie wird euer Leben ganz erfüllen.
Dank sei Gott, der die Macht hat, unendlich viel mehr zu tun
weit mehr als alles, was wir von ihm erbitten,
oder uns ausdenken können.
So groß ist seine Macht, die in uns wirkt.
Er regiert in Herrlichkeit in seiner Gemeinde -
das heißt: in der Gemeinschaft derer,
die zu Christus Jesus gehören.
Das gilt für alle Generationen
auf immer und ewig. Amen.
Umso faszinierender ist die Freude und der Jubel über die Liebe Gottes, mit der Paulus, und ich möchte ihn als Verfasser weiter so nennen, für seine Gemeinde betet. Hören wir aus dem Epheserbrief die Verse 14-21 aus dem 3. Kapitel in der Übersetzung der Basisbibel:
Deshalb beuge ich vor dem Vater meine Knie.
Jeder Stamm und jedes Volk im Himmel
und auf der Erde erhält seinen Namen von ihm.
Er soll euch so ausstatten,
wie es dem Reichtum seiner Herrlichkeit entspricht:
Durch seinen Geist soll er euch
in eurer innersten Überzeugung fest machen.
Denn Christus soll durch den Glauben
in euren Herzen wohnen.
Und ihr sollt in der Liebe verwurzelt
und fest auf ihr gegründet bleiben.
So könnt ihr sie zusammen mit allen Heiligen
in ihrer Breite, Länge, Höhe und Tiefe erfassen.
Ihr werdet auch in der Lage sein,
die Liebe von Christus zu erkennen,
die alle Erkenntnis übersteigt.
Auf diese Weise werdet ihr Anteil bekommen
an der Gegenwart Gottes.
Sie wird euer Leben ganz erfüllen.
Dank sei Gott, der die Macht hat, unendlich viel mehr zu tun
weit mehr als alles, was wir von ihm erbitten,
oder uns ausdenken können.
So groß ist seine Macht, die in uns wirkt.
Er regiert in Herrlichkeit in seiner Gemeinde -
das heißt: in der Gemeinschaft derer,
die zu Christus Jesus gehören.
Das gilt für alle Generationen
auf immer und ewig. Amen.
Ist es nicht wunderbar, wie Paulus über die Gemeinden spricht? Nicht seufzend, sondern jauchzend! Sich darüber freuend, dass Jesus Christus in seiner Kirche präsent ist.
Mich fasziniert diese Freude unheimlich, weil Paulus eigentlich auch Grund zum Seufzen gehabt hätte. Das wird deutlich, wenn man den ganzen Brief betrachtet, in dem immer wieder die Mahnung zur Einheit der Kirche durchkommt. Der Epheserbrief ist als eine Art Rundschreiben an mehrere Gemeinden zu betrachten, die vermutlich im westlichen Kleinasien lagen. Diese sollen sich als eine Gemeinschaft verstehen, als eine Kirche begreifen.
Irgendwie tröstlich, dass das mit der Einheit der Christenheit auch schon damals schwierig war. Umso positiver wirken so diese jauchzenden Worte, die wir gerade gehört haben: Gott regiert in Herrlichkeit in seiner Gemeinde – das ist nur ein Satz, in dem diese Freude und dieser ja, Jubel, ausgedrückt wird. Zu dieser Gemeinde gehören laut Paulus alle, die an Jesus Christus glauben, egal woher sie kommen.
Mich fasziniert diese Freude unheimlich, weil Paulus eigentlich auch Grund zum Seufzen gehabt hätte. Das wird deutlich, wenn man den ganzen Brief betrachtet, in dem immer wieder die Mahnung zur Einheit der Kirche durchkommt. Der Epheserbrief ist als eine Art Rundschreiben an mehrere Gemeinden zu betrachten, die vermutlich im westlichen Kleinasien lagen. Diese sollen sich als eine Gemeinschaft verstehen, als eine Kirche begreifen.
Irgendwie tröstlich, dass das mit der Einheit der Christenheit auch schon damals schwierig war. Umso positiver wirken so diese jauchzenden Worte, die wir gerade gehört haben: Gott regiert in Herrlichkeit in seiner Gemeinde – das ist nur ein Satz, in dem diese Freude und dieser ja, Jubel, ausgedrückt wird. Zu dieser Gemeinde gehören laut Paulus alle, die an Jesus Christus glauben, egal woher sie kommen.
Ein Paradebeispiel eigentlich bis heute, wie eine christliche Gemeinde zu einer Gemeinschaft zusammenwachsen kann. Ich frage mich, finden wir diese Freude, diesen Jubel von der Paulus uns berichtet, heute noch in unserer Kirche? Hinter uns liegen fast 2000 Jahre Kirchengeschichte. Vieles hat sich geändert im Vergleich zu den ersten Gemeinden damals. Unsere Kirche wirkt doch an der einen oder anderen Stelle oft ernüchtert. Ein bisschen wie ein Auslaufmodell mit all den oft negativen Schlagzeilen der letzten Jahre.
Daher mögen die Worte des Paulus für uns heute vielleicht im ersten Hören ein bisschen wie durch die rosarote Brille gepredigt klingen.
Das wahre Leben ausklammernd. Aber ich finde, es ist genau diese Freude, die in unseren Zeiten in der Kirche viel zu kurz kommt und doch so wichtig ist.
Diese überschäumende Freude über die Liebe Gottes und über seine Zusage, in seiner Gemeinde in Herrlichkeit zu regieren. Das ist es doch, worauf es am Ende ankommt. Diese Freude im Glauben. Und wir haben allen Grund zur Freude: Schauen wir uns heute hier um in unserer Christuskirche. Hier sitzen Menschen nebeneinander, die der Kirche verbunden sind. Die sich einsetzen. Sei es beim Kirchencafé, in der Generationenarbeit, in der Musik, in der Gemeindeorganisation, beim Besuchsdienst, in der Arbeit mit Flüchtlingen und Obdachlosen und in vielem mehr. Hier sitzen Menschen nebeneinander, die Kirche leben. Hier sitzen Menschen nebeneinander mit ganz unterschiedlichen religiösen Hintergründen, die alle hier Heimat finden. Hier sitzen wir als Gemeinschaft nebeneinander in all unserer Vielfalt und Lebendigkeit. Genauso, wie die Menschen vor fast 2000 Jahren. Das ist doch auch Grund zur Freude und zur Dankbarkeit.
Ja, unsere Kirche verändert sich, wenn auch anders als damals. Aber mit der neuen Finanz- und Mitgliedersituation umzugehen ist sicherlich ähnlich herausfordern wie damals. Damit umzugehen, und mit Freude damit umzugehen, das kann gelingen, wenn wir uns immer wieder in den Grund der Freude fallen lassen, wenn wir uns in Gottes Gegenwart fallen lassen und dem Wirken seines Geistes einfach anvertrauen.
Daher mögen die Worte des Paulus für uns heute vielleicht im ersten Hören ein bisschen wie durch die rosarote Brille gepredigt klingen.
Das wahre Leben ausklammernd. Aber ich finde, es ist genau diese Freude, die in unseren Zeiten in der Kirche viel zu kurz kommt und doch so wichtig ist.
Diese überschäumende Freude über die Liebe Gottes und über seine Zusage, in seiner Gemeinde in Herrlichkeit zu regieren. Das ist es doch, worauf es am Ende ankommt. Diese Freude im Glauben. Und wir haben allen Grund zur Freude: Schauen wir uns heute hier um in unserer Christuskirche. Hier sitzen Menschen nebeneinander, die der Kirche verbunden sind. Die sich einsetzen. Sei es beim Kirchencafé, in der Generationenarbeit, in der Musik, in der Gemeindeorganisation, beim Besuchsdienst, in der Arbeit mit Flüchtlingen und Obdachlosen und in vielem mehr. Hier sitzen Menschen nebeneinander, die Kirche leben. Hier sitzen Menschen nebeneinander mit ganz unterschiedlichen religiösen Hintergründen, die alle hier Heimat finden. Hier sitzen wir als Gemeinschaft nebeneinander in all unserer Vielfalt und Lebendigkeit. Genauso, wie die Menschen vor fast 2000 Jahren. Das ist doch auch Grund zur Freude und zur Dankbarkeit.
Ja, unsere Kirche verändert sich, wenn auch anders als damals. Aber mit der neuen Finanz- und Mitgliedersituation umzugehen ist sicherlich ähnlich herausfordern wie damals. Damit umzugehen, und mit Freude damit umzugehen, das kann gelingen, wenn wir uns immer wieder in den Grund der Freude fallen lassen, wenn wir uns in Gottes Gegenwart fallen lassen und dem Wirken seines Geistes einfach anvertrauen.
Lassen wir uns doch wieder anstecken mit der Freude über die Gegenwart Gottes, wie sie Paulus so schön ausdrückt. Mit der Freude darüber, dass der Heilige Geist durch unsere Gemeinde weht. Mit der Freude über unsere offene Gemeinschaft, die lebt. Spüren wir doch einfach mal wieder hinein in diese Freude.
Ich denke wieder an den schönen alten Sissi Film und wie Sissis Freude, die aus ihrem Herzen überschäumt alles andere in den Hintergrund schiebt. Nichts ist in dem Moment mehr wichtig, außer der Freude und der Liebe. Und dass sie einander haben. Alles andere wird sich finden.
So bin ich voller Hoffnung, dass wir auch hier in dieser Gegenwart Gottes die Freude wiederfinden und mit Mut unsere lebendige Kirche zusammen weiterbauen. Und wir haben als Gemeinschaft etwas ganz Kostbares, das uns fest zusammenhält: unsere gemeinsamen Wurzeln in der Liebe Christi.
Das spüren wir, z.B., wenn wir gleich miteinander Abendmahl feiern, wenn wir Brot und Wein miteinander teilen, so wie es schon die ersten Christinnen und Christen getan haben. Ich bin Paulus dankbar, dass er uns heute an das Kostbare unserer offenen und so vielseitigen Gemeinschaft erinnert. Wir alle gehören dazu.
Ich bin Paulus dankbar, dass er mit seinen Worten heute bei uns ist und versucht, unsere Herzen mit der größten Freude zu erfüllen. Der Freude über die Präsenz Jesu Christi hier bei uns. Und so bin Ich zuversichtlich, dass wir als Kirche beieinander bleiben.
Und man kann die ermutigenden Schlussworte des Paulus nicht oft genug hören, die durch keinem Filmabspann je begrenzt werden können: Gott regiert in Herrlichkeit in seiner Gemeinde - Das gilt für alle Generationen auf immer und ewig. Amen.
Ich denke wieder an den schönen alten Sissi Film und wie Sissis Freude, die aus ihrem Herzen überschäumt alles andere in den Hintergrund schiebt. Nichts ist in dem Moment mehr wichtig, außer der Freude und der Liebe. Und dass sie einander haben. Alles andere wird sich finden.
So bin ich voller Hoffnung, dass wir auch hier in dieser Gegenwart Gottes die Freude wiederfinden und mit Mut unsere lebendige Kirche zusammen weiterbauen. Und wir haben als Gemeinschaft etwas ganz Kostbares, das uns fest zusammenhält: unsere gemeinsamen Wurzeln in der Liebe Christi.
Das spüren wir, z.B., wenn wir gleich miteinander Abendmahl feiern, wenn wir Brot und Wein miteinander teilen, so wie es schon die ersten Christinnen und Christen getan haben. Ich bin Paulus dankbar, dass er uns heute an das Kostbare unserer offenen und so vielseitigen Gemeinschaft erinnert. Wir alle gehören dazu.
Ich bin Paulus dankbar, dass er mit seinen Worten heute bei uns ist und versucht, unsere Herzen mit der größten Freude zu erfüllen. Der Freude über die Präsenz Jesu Christi hier bei uns. Und so bin Ich zuversichtlich, dass wir als Kirche beieinander bleiben.
Und man kann die ermutigenden Schlussworte des Paulus nicht oft genug hören, die durch keinem Filmabspann je begrenzt werden können: Gott regiert in Herrlichkeit in seiner Gemeinde - Das gilt für alle Generationen auf immer und ewig. Amen.
Ansprechperson
Claudia Schramm
Prädikantin
Claudia Schramm ist unserer Gemeinde seit langer Zeit eng verbunden. Sie war Mitglied im Ältestenkreis. Inzwischen engagiert sie sich in der Bonhoeffergemeinde in Kirchheim.
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