Seit dem Sündenfall kommt es uns Mensch so vor, dass wir von Gott getrennt sind. Opfergaben sollten die Gottesferne überbrücken, aber das konnte nicht genügen: Gott ließ sich nicht versöhnen, nicht auf Dauer, denn die Opfer wurden immer mehr zum Vorwand.
Frieden in Gott
Predigt vom 1.3.2026 über Römer 5

Das änderte sich erst als Gott seinen Sohn Jesus Christus in die Welt sandte: das Heil war vollendet, nun kommt es nur noch darauf an, dass wir dieses Heil annehmen, was durch den Glauben geschieht. Dies formuliert Paulus in seinem Brief an die Römer im 5. Kapitel, wenn er schreibt:
Da wir nun gerecht geworden sind durch den Glauben, haben wir Frieden mit Gott durch unsern Herrn Jesus Christus; 2 durch ihn haben wir auch den Zugang im Glauben zu dieser Gnade, in der wir stehen, und rühmen uns der Hoffnung der zukünftigen Herrlichkeit, die Gott geben wird. 3 Nicht allein aber das, sondern wir rühmen uns auch der Bedrängnisse, weil wir wissen, dass Bedrängnis Geduld bringt, 4 Geduld aber Bewährung, Bewährung aber Hoffnung, 5 Hoffnung aber lässt nicht zuschanden werden; denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsre Herzen durch den heiligen Geist, der uns gegeben ist. 6 Denn Christus ist schon zu der Zeit, als wir noch schwach waren, für uns Gottlose gestorben. 7 Nun stirbt kaum jemand um eines Gerechten willen; um des Guten willen wagt er vielleicht sein Leben. 8 Gott aber erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren. 9 Um wieviel mehr werden wir nun durch ihn bewahrt werden vor dem Zorn, nachdem wir jetzt durch sein Blut gerecht geworden sind! 10 Denn wenn wir mit Gott versöhnt worden sind durch den Tod seines Sohnes, als wir noch Feinde waren, um wieviel mehr werden wir selig werden durch sein Leben, nachdem wir nun versöhnt sind. 11 Nicht allein aber das, sondern wir rühmen uns auch Gottes durch unsern Herrn Jesus Christus, durch den wir jetzt die Versöhnung empfangen haben.
Liebe Gemeinde,
Paulus beginnt nicht mit einem Appell. Nicht mit einer Forderung. Sondern mit einer Zusage:
Wir haben Frieden mit Gott. Das ist die Grundlage. Nicht politische Mehrheiten. Nicht wirtschaftliche Stabilität. Nicht kulturelle Dominanz. Frieden mit Gott.
Wir haben Frieden mit Gott. Das ist die Grundlage. Nicht politische Mehrheiten. Nicht wirtschaftliche Stabilität. Nicht kulturelle Dominanz. Frieden mit Gott.
Das Einzige, was wir tun müssen, ist an Gott und diesen Frieden zu glauben. Das kann uns inneren Frieden schenken.
Und aus diesem inneren Frieden heraus stellt sich die Frage:
Wie leben wir als Christinnen und Christen in dieser Zeit, einer Zeit, die viele als friedlos und unruhig wahrnehmen?
Wir müssen nicht weit schauen.
Nach den letzten Gewalttaten in Deutschland – etwa dem Messerangriff zum Jahreswechsel in Mannheim – wurde sofort wieder pauschal über „die Migration“ gesprochen. Angst ist real. Sicherheitsfragen sind legitim. Aber wenn Einzeltaten benutzt werden, um ganze Gruppen unter Generalverdacht zu stellen, entsteht Unfrieden. Sprache verschärft sich. Fronten verhärten sich.
Die Alternative für Deutschland gewinnt Zuspruch, indem sie einfache Lösungen für komplexe Probleme verspricht. Gleichzeitig übernehmen andere Parteien teilweise bewusst ähnliche Narrative, um keine Wähler zu verlieren. Das Resultat: Der Ton wird rauer. Differenzierte Stimmen gehen unter. Polarisierung bringt Aufmerksamkeit – aber keinen Frieden.
Deutschland ringt um seine Position zwischen Solidarität mit der Ukraine im Verteidigungskrieg und der Frage nach Waffenlieferungen weltweit. Gleichzeitig gibt es weiterhin Rüstungsexporte in Krisenregionen. Das sind schwierige ethische Abwägungen. Aber sie zeigen: Wir sind verstrickt in globale Machtfragen. Und einfache moralische Überlegenheit steht uns nicht gut zu Gesicht.
All das erzeugt Druck.
Und Paulus sagt: Bedrängnis kann Geduld wachsen lassen – oder Bitterkeit.
Frieden mit Gott verspricht die innere Freiheit
Wer „gerecht geworden ist durch den Glauben“, muss sich nicht über Abgrenzung definieren.
Ich muss nicht lauter sein als der andere.
Ich muss nicht dominieren.
Ich muss nicht Angst schüren, um Bedeutung zu haben.
Ich habe Frieden mit Gott.
Und dieser Friede macht innerlich frei.
Nehmen wir mal den Posaunenchor, der uns heute im Gottesdienst begleitet.
Da gibt es die Trompeten – hell, tragend.
Die Posaunen – kräftig, warm.
Das Horn – verbindend.
Vielleicht eine Tuba, die das Fundament legt.
Was würde passieren, wenn jede Stimme versucht, die lauteste zu sein?
Wenn die Trompeten alles überstrahlen wollen?
Wenn die Posaunen dagegenhalten?
Wenn keiner auf den anderen hört?
Es wäre kein Klang. Es wäre Lärm.
Ein guter, gedeihlicher Klang entsteht nur, wenn jede Stimme ihren Platz kennt – und den anderen Raum gibt.
Nicht Gleichklang.
Nicht Einheitsbrei.
Sondern Harmonie in Verschiedenheit.
Und genau so ist es in einer Demokratie.
Viele Stimmen darf es geben.
Konservative, liberale, ökologische, soziale.
Unterschiedliche Perspektiven sind kein Problem.
Unfrieden entsteht nicht durch Vielfalt.
Unfrieden entsteht, wenn Stimmen einander übertrumpfen wollen.
Wenn Lautstärke wichtiger wird als Wahrhaftigkeit.
Wenn Polarisierung wichtiger wird als Verantwortung.
Wir brauchen also Hoffnung, Hoffnung auf ein gutes Zusammenspiel statt gegenseitiges Übertrumpfen
Paulus schreibt:
„Die Hoffnung aber lässt nicht zuschanden werden.“
Warum?
Weil Gottes Geist in unsere Herzen ausgegossen ist.
Das heißt: Wir müssen nicht aus Angst handeln.
Nicht aus Panik wählen.
Nicht aus Empörung diskutieren.
Christinnen und Christen dürfen politisch klar sein –
aber ohne Hass.
Wir dürfen Position beziehen –
aber ohne Entmenschlichung.
Wir dürfen widersprechen –
aber ohne Verachtung.
Und noch etwas gehört zum Posaunenchor:
Er braucht einen Dirigenten.
Jemanden, der das Ganze im Blick hat.
Der Einsätze gibt.
Der Tempo hält.
Für uns ist das nicht irgendeine Partei.
Nicht eine Ideologie.
Sondern Christus.
Er ist der, durch den wir Frieden haben.
Er ist das Maß.
Wenn er den Takt vorgibt, dann heißt das:
Menschenwürde ist nicht verhandelbar.
Wahrheit ist wichtiger als Stimmung.
Liebe ist stärker als Angst.
Liebe Gemeinde,
wir werden politische Spannungen nicht abschaffen.
Wir werden globale Ungerechtigkeit nicht sofort lösen.
Wir werden gesellschaftliche Vielfalt nicht auflösen – und das ist das Leben und daher letztlich auch gut so.
Aber wir können entscheiden, wie wir klingen.
Als schriller Wettbewerb der Lautesten?
Oder als Chor, der Verschiedenheit in Einklang bringt?
„Da wir nun gerecht geworden sind durch den Glauben, haben wir Frieden mit Gott.“
Aus diesem Frieden heraus
können wir Raum geben.
Zuhören.
Klar sprechen.
Und dennoch Frieden suchen.
Unsere Zeit braucht keine lauteren Christen.
Sie braucht tief verankerte.
Amen.
Da gibt es die Trompeten – hell, tragend.
Die Posaunen – kräftig, warm.
Das Horn – verbindend.
Vielleicht eine Tuba, die das Fundament legt.
Was würde passieren, wenn jede Stimme versucht, die lauteste zu sein?
Wenn die Trompeten alles überstrahlen wollen?
Wenn die Posaunen dagegenhalten?
Wenn keiner auf den anderen hört?
Es wäre kein Klang. Es wäre Lärm.
Ein guter, gedeihlicher Klang entsteht nur, wenn jede Stimme ihren Platz kennt – und den anderen Raum gibt.
Nicht Gleichklang.
Nicht Einheitsbrei.
Sondern Harmonie in Verschiedenheit.
Und genau so ist es in einer Demokratie.
Viele Stimmen darf es geben.
Konservative, liberale, ökologische, soziale.
Unterschiedliche Perspektiven sind kein Problem.
Unfrieden entsteht nicht durch Vielfalt.
Unfrieden entsteht, wenn Stimmen einander übertrumpfen wollen.
Wenn Lautstärke wichtiger wird als Wahrhaftigkeit.
Wenn Polarisierung wichtiger wird als Verantwortung.
Wir brauchen also Hoffnung, Hoffnung auf ein gutes Zusammenspiel statt gegenseitiges Übertrumpfen
Paulus schreibt:
„Die Hoffnung aber lässt nicht zuschanden werden.“
Warum?
Weil Gottes Geist in unsere Herzen ausgegossen ist.
Das heißt: Wir müssen nicht aus Angst handeln.
Nicht aus Panik wählen.
Nicht aus Empörung diskutieren.
Christinnen und Christen dürfen politisch klar sein –
aber ohne Hass.
Wir dürfen Position beziehen –
aber ohne Entmenschlichung.
Wir dürfen widersprechen –
aber ohne Verachtung.
Und noch etwas gehört zum Posaunenchor:
Er braucht einen Dirigenten.
Jemanden, der das Ganze im Blick hat.
Der Einsätze gibt.
Der Tempo hält.
Für uns ist das nicht irgendeine Partei.
Nicht eine Ideologie.
Sondern Christus.
Er ist der, durch den wir Frieden haben.
Er ist das Maß.
Wenn er den Takt vorgibt, dann heißt das:
Menschenwürde ist nicht verhandelbar.
Wahrheit ist wichtiger als Stimmung.
Liebe ist stärker als Angst.
Liebe Gemeinde,
wir werden politische Spannungen nicht abschaffen.
Wir werden globale Ungerechtigkeit nicht sofort lösen.
Wir werden gesellschaftliche Vielfalt nicht auflösen – und das ist das Leben und daher letztlich auch gut so.
Aber wir können entscheiden, wie wir klingen.
Als schriller Wettbewerb der Lautesten?
Oder als Chor, der Verschiedenheit in Einklang bringt?
„Da wir nun gerecht geworden sind durch den Glauben, haben wir Frieden mit Gott.“
Aus diesem Frieden heraus
können wir Raum geben.
Zuhören.
Klar sprechen.
Und dennoch Frieden suchen.
Unsere Zeit braucht keine lauteren Christen.
Sie braucht tief verankerte.
Amen.
Ansprechperson
Alexandra Mager

Pfarrerin
Alexandra Mager arbeitet für eine bestimmte Zeit als Pfarrerin in unserer Gemeinde. Sie ist Ansprechperson für den HALT. in der Bahnstadt und die Veranstaltungen, die dort stattfinden.