Spuren Gottes in unserem Leben
Predigt vom 29.3.2026
Mal eine Frage an euch – auch an die Kinder: Habt ihr schon mal Fußspuren gesehen? Im Sand, vielleicht. Oder auf einem Waldweg, wo es ein bisschen matschig war?

Fußspuren sind etwas Faszinierendes. Man sieht sie – und weiß sofort: Da war jemand. Jemand ist hier gegangen. Hat hier seinen Weg gemacht.
So ist das im Leben auch. Jeder Mensch hinterlässt Spuren. Nicht im Sand – sondern im Leben anderer Menschen. Eine Erzieherin, die ein Kind jeden Morgen herzlich begrüßt: Spur. Ein Opa, der Geschichten erzählt: Spur. Eine Freundin, die zuhört wenn es schwer wird: Spur. Groß oder klein – jeder Schritt, den wir gehen, hinterlässt etwas.
Heute ist Palmsonntag. Jesus zieht in Jerusalem ein. Die Menschen legen Tücher auf den Weg, werfen Palmzweige vor seine Füße – sie bereiten ihm einen Weg. Und Jesus geht ihn. Wissend, was kommt. Durch Verrat, durch Ungerechtigkeit, durch den Tod.
Dieser Weg – diese Fußspuren Jesu – sind die tiefsten, die je in diese Welt gedrückt wurden. Nicht weil er König war. Sondern weil er das Schwerste getragen hat, was es gibt – für uns.
Denn Spuren können auch wehtun. Menschen hinterlassen nicht nur gute Spuren. Manchmal treten sie anderen auf die Füße. Manchmal hinterlassen sie Wunden. Ungerechtigkeit. Schmerz. Das ist auch Teil unserer Welt – und Jesus kennt das. Er geht mitten durch diese dunklen Spuren hindurch. Er tritt in das Schwere, das Ungerechte, das Dunkle dieser Welt – und führt es ins Licht.
Sein Weg durch den Tod ist der Weg ins Leben. Und weil sein Grab leer ist – weil Ostern kommt – zeigen diese Spuren wohin: ins Leben.
Das bedeutet: Wir müssen nicht die größten Spuren hinterlassen. Das hat er für uns getan. Wir dürfen in seine Spur treten.
Und wie geht das? Wir beten. Wir bitten Gott: Segne meine Schritte. Lass meine Spuren gut sein – für die Menschen, die nach mir kommen. Und wir beten für die Füße anderer – dass auch sie getragen werden, begleitet, gesegnet.
Und genau das wollen wir jetzt miteinander tun. Auf diesem langen Papier hier – das ist unser Weg heute. Ich lade euch ein: Kommt, malt euren Fußumriss. Schreibt euren Namen rein. Ein Segenswort. Ein Bild. Eine Bitte für jemanden, dessen Füße ihr segnen möchtet.
Und diese Fußspuren-Zettel hier – die könnt ihr mitnehmen. Als Erinnerung: Du gehst nicht alleine. Du gehst in seiner Spur. Wer möchte, kann auch einen Segenswunsch für unsere drei auf einen Zettel schreiben – sie nehmen ihn mit auf ihren Weg.
Ansprechperson
Mathis Goseberg

Pfarrer
Mathis Goseberg entwickelt neue Formen von Kirche. Dabei arbeitet er eng mit dem CVJM zusammen und macht neue Gottesdienste wie den Community-Gottesdienst und Kirche Kunterbunt.
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