Eine kurze CLM-Geschichte

  
Die Christus-Luther-Markus-Gemeinde, kurz CLM-Gemeinde, ist 2019 durch die Fusion dreier bis dahin eigenständiger Pfarrgemeinden entstanden. An ihrem Namen lässt sich das bis heute erkennen.

Die Markusgemeinde

entwickelte sich zusammen mit dem nach dem Zweiten Weltkrieg entstehenden Stadtteil Südstadt zwischen Weststadt und Rohrbach. Von Anfang an zeichnete sie sich durch eine intensiv gelebte Ökumene aus, besonders mit der katholischen Gemeinde Philipp-Neri und der baptistischen Hoffnungskirche.
Das Markushaus als zentraler Gottesdienst- und Gemeinderaum war mit dem davorliegenden Markusplatz war lange Zeit zugleich ein wichtiger Treffpunkt in dem durch die Militärpräsenz der US Army und der NATO räumlich stark begrenzten Stadtteil. Nachdem sich die US Army zwischen 2012 und 2015 schrittweise zurückgezogen hatte, entstanden auf den frei gewordenen Flächen nach und nach das Mark Twain Village und die Campbell Barracks. Ein großer Teil dieser neuen Stadtquartiere gehört heute ebenfalls zur CLM-Gemeinde.

Die Luthergemeinde

entstand um 1937 als eigenständige Gemeinde in Bergheim. Gottesdienste fanden zunächst im Lutherhaus in der Kirchstraße statt. Das Gebäude gehört heute der Stadt Heidelberg und beherbergt die Städtische Musik- und Singschule. Seit 1966 war die Lutherkirche in der Vangerowstraße der Mittelpunkt der Gemeinde.
Mit dem Abriss des Heidelberger Güterbahnhofs und der Entstehung des neuen Stadtteils Bahnstadt wurde auch dieser Teil Heidelbergs der Luthergemeinde zugeordnet. Als kirchliche Präsenz entstand dort in einem Ladenlokal am zentralen Gadamer-Platz der ökumenische HALT. Kirche in der Bahnstadt.
 

Im Zuge der Fusion und der damit verbundenen notwendigen Reduzierung der gemeindlich genutzten Flächen wurde die Lutherkirche an die Hosanna-Gemeinde, eine landeskirchliche charismatische Gemeinde, abgegeben. Für die Bergheimer Gemeindemitglieder war das ein herber Verlust, der bis heute nachwirkt.

Die Christusgemeinde

in der Weststadt entstand in den 1890er Jahren zeitgleich mit der Bebauung der Weststadt. Sie war eine Ausgründung der Providenz-Gemeinde in der Altstadt, die heute zur Altstadtgemeinde gehört. Mit der 1904 geweihten Christuskirche erhielt die Gemeinde einen eigenen Gottesdienstort. 

Das nach dem ersten Pfarrer der Christusgemeinde benannte Otto-Frommel-Haus wurde 2016 durch einen Neubau ersetzt: dem Haus der Christuskirche. Die Christuskirche ist heute ein regelmäßiger Gottesdienstort der CLM-Gemeinde.

Auf dem Weg zur Fusion

Mit den kleiner werdenden Gemeinden wurde ein langfristiger Fortbestand der Luther- und der Markusgemeinde zunehmend unwahrscheinlich. Deshalb begannen die Ältestenkreise der drei Gemeinden ab 2016 mit einem langfristig angelegten und behutsamen Annäherungsprozess, um eine Fusion vorzubereiten und schließlich umzusetzen. Besonders die damaligen Vorsitzenden der Ältestenkreise engagierten sich intensiv für diesen Prozess. In vielen Gesprächen bereiteten sie die einzelnen Schritte vor und begleiteten die Gemeinden auf dem gemeinsamen Weg. Dass in dieser Zeit auch die langjährigen Pfarrpersonen der Luther- und der Markusgemeinde auf andere Pfarrstellen wechselten und die Gemeinden durch Vakanzvertreterinnen begleitet wurden, machte den Prozess nicht einfacher. Am 31. März 2019 wurde die Fusion und damit die Entstehung der Christus-Luther-Markus-Gemeinde in einem festlichen Gottesdienst vollzogen.
Wir haben uns bewusst dafür entschieden, zu einer großen Gemeinde in den fünf Heidelberger Stadtteilen Bergheim, Bahnstadt, Mark Twain Village, Südstadt und Weststadt zusammenzuwachsen. Auf die Einrichtung von Pfarrbezirken haben wir verzichtet. Gleichzeitig bleibt es unser Ziel, kirchliche Präsenz in allen Teilen der Gemeinde zu ermöglichen.

Ein neuer Name?

In den Jahren nach der Fusion haben wir uns intensiv und mit großer Beteiligung der Gemeindemitglieder auf die Suche nach einem neuen Namen für unsere Gemeinde gemacht. Viele Vorschläge wurden diskutiert, aber keiner konnte umfassende Zustimmung finden. Deshalb bleiben wir bei unserem Namen Christus-Luther-Markus-Gemeinde.
Mit der Zeit haben wir uns nicht nur an die Abkürzung CLM-Gemeinde gewöhnt, sondern finden sie inzwischen richtig gelungen – und ziemlich cool. Und ganz passend zu uns und zu unserem Willen, uns als Gemeinde immer weiterzuentwickeln, übersetzen wir CLM derzeit als Akronym von Chaos, Liebe und Mut.